Brandschutzerziehung

Warum Brandschutzerziehung ?

Seit Beginn des Schuljahres 1995/96 liegen allen Hessischen Grundschulen auch neuen Rahmenpläne des Hessischen Kultusministeriums vor.

Kinder im Grundschulalter sollen, laut diesem Rahmenplan:

  • Auf das richtige Verhalten in gefährlichen Situationen vorbereitet und
  • zu vorsichtigem und sorgfältigem Vorgehen bei Brandgefahren angeleitet werden.

Dabei wird das Ziel verfolgt, die Brandschutzerziehung gleichwertig neben der Verkehrserziehung an den hessischen Schulen zu etablieren.

Soweit die damalige Vorgaben des Landesfeuerwehrverbandes und des Hess. Kultusministeriums.

Mit dem "Hessischen Gesetz über den Brandschutz, die Allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz (HBKG) wurde seit dem 01.07.1999 die Brandschutzerziehung gesetzliche verankert.

Hier ein Auszug:

Hessisches Gesetz über den Brandschutz, die Allgemeine
Hilfe und den Katastrophenschutz (HBKG)

Vom 17. Dezember 1998
GVBl. I S. 530

§ 3 Aufgaben der Gemeinden
6. den Selbstschutz der Bevölkerung und die Brandschutzerziehung zu fördern.

§ 4 Aufgaben der Landkreise
3. die Brandschutzerziehung zu planen und zu fördern,

§ 6 Aufgabenbereich
(2) Daneben haben die Feuerwehren Aufgaben des vorbeugenden Brandschutzes zu erfüllen, soweit ihnen· diese Aufgaben durch Rechtsvorschrift übertragen werden. Sie wirken bei der Brandschutzerziehung mit.

§ 18 Brandschutzerziehung, Brandschutzaufklärung und Selbsthilfe
Die Einwohnerinnen und Einwohner sollen über die Verhütung von Bränden und den sachgerechten Um gang mit Feuer sowie das Verhalten bei Bränden und über Möglichkeiten der Selbsthilfe aufgeklärt werden.

Die Ziele der Brandschutzerziehung sind:

  • Wir wollen verhindern, dass Kinder durch Feuer und Rauch verletzt oder sogar getötet werden.
  • Schäden der durch Kinder verursachten Brände können durch Kenntnisse des Umgangs mit Feuer, der Brandgefahr und des Verhaltens bei Bränden reduziert werden.
  • Kinder und Feuerwehr sollen zu einem gegenseitigen Vertrauensverhältnis finden.
  • Bei Kindern soll das Brandschutzbewusstsein und die Aufgeschlossenheit gegenüber dem Vorbeugenden und Abwehrenden Brandschutz geweckt werden.

Die Entstehung der Brandschutzerziehung bei der FF-Idstein

Bei der Freiwilligen Feuerwehr Idstein fing die Brandschutzerziehung, die mittlerweile seit Mitte/Ende der 90er Jahre in Hessen gesetzlich verankert ist, schon relativ früh an.

Wir geben zu: Eigentlich durch Zufall!

1978 besuchten einige Kinder im Rahmen der Stadtranderholung der Stadt Idstein die Feuerwehr in dem damaligen Gerätehaus in der Idsteiner Schulgasse. Der damalige Feuerwehrmann Dieter Grabsch übernahm die Führung der Kinder und aus diesem Besuch entwickelte sich die heutige Brandschutzerziehung, die in erster Linie von den Vorschulkindern der Städtischen Kindergärten aus Idstein und den Stadtteilen wahrgenommen wird.

Seit 1978 haben über 300 Schul- und Kindergartengruppen mit über 5000 Kindern die Idsteiner Feuerwehr besucht und an der Brandschutzerziehung teilgenommen.

Der Ruf der Brandschutzerziehung reichte bald schon über die Grenzen des Stadtgebietes, so dass auch Gruppen aus der näheren Umgebung die Freiwillige Feuerwehr Idstein besuchten. So 1993 z. B. die Schule für Gehörgeschädigte in Bad Camberg oder Kindergärten aus Niederems, Wallbach und Görsroth.

Seit 2003 hat sich im Rheingau-Taunus-Kreis ein offizieller Arbeitskreis von Brandschutzerziehern gebildet, um entsprechende Erfahrungen auszutauschen und ein einheitliches Konzept für die BE zu erarbeiten, welches auf die örtlichen Feuerwehren abgestimmt werden kann.

In dem Arbeitskreis sind viele Brandschutzerzieher aus den Großgemeinden des Rheingau-Taunus-Kreises vertreten.

Die Inhalte der Brandschutzerziehung

Die wichtigsten Kernsätze, die mit den Kindern im Rahmen der Brandschutzerziehung erarbeitet werden sind unter Anderem:

  • Aufgaben der Feuerwehr
  • Notrufsysteme und Alarmierung
  • Wie und wodurch kann ein Brand entstehen und wie kann man
  • einen Brand verhindern?
  • Gefahren im Haushalt
  • Mit was wird ein Brand gelöscht? (Wasser, Schaum u.s.w )
  • Richtiges Verhalten im Ernstfall (im Kindergarten, Schule oder zu Hause)

Seit August 2004 hat die Freiw. Feuerwehr Idstein eigens für die Brandschutzerziehung einen Notruftrainer-Koffer von der Fa. Semeno beschafft.
Der Koffer beinhaltet das Steuergerät ST112 mit zwei Anschlussdosen und zwei Telefone. Ein Telefon dient als Notrufzentrale, von dem anderen Telefon rufen die Kinder an. Mit diesem Notruftrainer kann eine Telefonverbindung, nach korrekter Wahl der Ziffernfolge "1-1-2", zur Notrufzentrale simuliert werden.· Die Kinder lernen hierbei wie ein Notruf richtig abgesetzt wird:

WO ist es passiert?

WAS ist passiert?

WIE VIELE Verletzte gibt es?

WELCHE Art der Verletzung

WARTEN auf Rückfragen

Natürlich gehört die Besichtigung des Feuerwehrstützpunktes von der Atemschutzwerkstatt und· der dazugehörigen Übungsstrecke über die Schlauchwaschanlage, dem Schlauchturm, dem Umkleideraum und der Fahrzeughalle ebenso dazu, wie das Aufsetzen einer Fluchthaube oder die Erklärung von Rettungsschere und Spreizer oder durch die Atemschutzübungsstrecke kriechen.

Ein besonderes Vergnügen bereitet den Kindern immer zum Schluss, wenn sie auf den Sitz der Drehleiter und dort "wie ein richtiger Feuerwehrmann" an den Steuerhebeln ziehen dürfen.

Mit dieser Aktion hoffen wir, das Brandschutzerzieher Team der Freiwillige Feuerwehr Idstein, einen Beitrag zu leisten, um die Kinder vor den Gefahren eines Brandes zu warnen und zu schützen.

Dieter Grabsch & Natascha Berg

 

Kinder malen die Feuerwehr

Durch viele Zeichnungen und Briefe bedankten sich im Laufe der Jahre die Kindergärten und Schulen beim Brandschutzerzieher der Idsteiner Feuerwehr, Dieter Grabsch, und bestätigen damit dass die Brandschutzerziehung auch mit einer Menge Spaß verbunden ist.

Auch in der Lokalpresse war bereits mehrfach positiv über diese Arbeit berichtet worden.

Tipps für Eltern

Gehen Sie als Eltern auch Ihren Kindern Zuhause mit gutem Beispiel voran:

  • Lassen Sie nie Streichhölzer und Feuerzeuge achtlos herumliegen
  • Lager Sie alle Feuerspender an einem kindersicherem Platz
  • Kaufen Sie ihre Streichhölzer und Feuerzeuge selbst ein, dann belasten Sie auch nicht den Verkäufer mit der heiklen Entscheidung das gesetzliche Verbot, Streichhölzer und Feuerzeuge an Kinder abzugeben, zu brechen.
  • Vertrauen Sie Kindern niemals offenes Feuer und Licht an.
  • Lassen Sie Kinder niemals mit offenem Feuer, offenem Licht oder mit Heizstrahlern und ähnlichen Gefahrquellen unbeaufsichtigt alleine.

Dabei ist wichtig zu wissen, dass kontrolliertes Üben besser ist als strikte Verbote oder Angst machen. Verbote erreichen meist nur den gegenteiligen Effekt, denn sie wecken nicht nur die Neugier, sondern auch den Trotz der Kinder. Die Konsequenz daraus ist, dass die Kinder dann heimlich zündeln und gerade das ist die größte Gefahr.

Geben sie nun ihrem Kind die Gelegenheit, unter ihrer Aufsicht eine Kerze oder im Ofen, im Kamin oder Gartengrill ein Feuer in Gang zu setzen und erklären sie dabei die Möglichkeiten der Gefahren, so verhindert das heimliche Zündeln.

... wer Bescheid weiß, der spielt nicht mit dem FEUER!

Und noch etwas ist sehr wichtig:

Da es die unterschiedlichsten Telefone und Telefonanlagen gibt (mit Wählscheibe, mit Tasten, schnurlos oder Nebenstellenanlagen, Handy u.s.w.)· bitten wir Sie Ihrem Kind an Ihrem Telefon zu zeigen, wie die Notrufnummer gewählt wird.

Kontakte der Kinderfeuerwehren

2013-12-17 Kontakt Brandschutzerziehung

Weitere Informationen zum Thema "Brandschutzerziehung" finden Sie auch unter den folgenden Links:

Brandschutzerziehung im Rheingau-Taunus- Kreis - Informationen auf den Seiten der Kreisverwaltung

Internetseite der "Elterninitiative brandverletzter Kinder - Paulinchen e.V."

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